Beim gestrigen AllianzTalk der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Berlin stand die Umsetzung der Nationalen Rechenzentrumsstrategie im Mittelpunkt. Im direkten Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft wurde diskutiert, welche Schritte nun notwendig sind, um aus den strategischen Zielen konkrete und verlässliche Rahmenbedingungen für den Rechenzentrumsstandort Deutschland zu machen.
Mit der im März 2026 beschlossenen Rechenzentrumsstrategie hat die Bundesregierung ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Rechenzentren werden darin als zentrale digitale Infrastruktur adressiert, die für Wettbewerbsfähigkeit, digitale Souveränität und die Nutzung von KI von wachsender Bedeutung ist. Zugleich wurde beim AllianzTalk deutlich: Entscheidend ist jetzt die Umsetzung.
Nach der Begrüßung durch Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V., ordnete Günter Eggers von NTT Global Data Centers die Perspektive der Allianz ein. Einen politischen Impuls setzte Marco-Alexander Breit, Leiter der Abteilung Digitalpolitik und Wirtschaft im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Marco-Alexander Breit, Michael Nicolai, CEO Telehouse, sowie die Bundestagsabgeordneten Daniel Bettermann und Lars Rohwer, beide Berichterstatter zum Energieeffizienzgesetz, über die zentralen offenen Fragen der Umsetzung. Moderiert wurde die Runde von Charleen Roloff vom eco.
Im Fokus standen insbesondere die regulatorischen Rahmenbedingungen, die ressortübergreifende Koordinierung der Strategie sowie die Rolle von Ländern und Kommunen. Deutlich wurde auch: Die geplante Novellierung des Energieeffizienzgesetzes wird ein erster wichtiger Meilenstein für die praktische Umsetzung der Rechenzentrumsstrategie sein.
Aus Sicht der Branche enthält die Strategie viele richtige und wichtige Ansätze zur Stärkung des Digitalstandorts Deutschland. Nun kommt es darauf an, diese Ziele zügig in praxistaugliche Maßnahmen zu überführen. Denn Investitions- und Standortentscheidungen für den Rechenzentrumsstandort 2030 werden bereits heute getroffen.
Das Fazit der Veranstaltung ist klar: Deutschland hat mit der Rechenzentrumsstrategie eine wichtige Grundlage geschaffen. Damit daraus ein Standortvorteil entsteht, braucht es nun Tempo, Verlässlichkeit und den politischen Mut, die notwendigen Rahmenbedingungen konsequent umzusetzen. Der Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft bleibt dafür zentral.
