Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen unter dem Dach des eco – Verbands der Internetwirtschaft unterstützt den gemeinsamen Brief zu den geplanten Minimum Performance Standards (MPS) für Rechenzentren.
Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an Mindestanforderungen für Energie- und Ressourceneffizienz von Rechenzentren. Höhere Effizienz ist dabei bereits heute ein zentrales Ziel der Betreiber, nicht zuletzt aufgrund hoher Energiekosten und bestehender regulatorischer Anforderungen. Insbesondere in Deutschland zählen viele Rechenzentren schon heute zu den energieeffizientesten weltweit.
Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Rechenzentren keine homogene Infrastruktur darstellen. Unterschiedliche Nutzungsszenarien, technische Ausstattungen, Betriebsmodelle und Standortbedingungen erfordern eine differenzierte Betrachtung bei möglichen neuen Vorgaben. Kritisch ist daher, dass die Diskussion über verbindliche Grenzwerte bereits geführt wird, bevor ausreichend belastbare Betriebsdaten aus dem neuen europäischen Reporting-System vorliegen.
Wer Milliardeninvestitionen in Europas digitale Infrastruktur vorantreiben will, darf Mindeststandards nicht auf Basis unvollständiger Daten und unter erheblichem Zeitdruck definieren. Andernfalls drohen praxisferne Vorgaben, Investitionsunsicherheit und eine Schwächung des europäischen Rechenzentrumsstandorts, gerade in einer Phase, in der Europa beim Ausbau digitaler Cloud- und KI-Infrastrukturen auf zusätzliche Kapazitäten angewiesen ist.
Die unterzeichnenden Verbände fordern deshalb einen realistischen, technologieoffenen und evidenzbasierten Prozess: erst belastbare Daten und umfassende Konsultation, dann verbindliche Standards.
