Anlässlich der durch schriftliche Fragen der Bundestagsabgeordneten Anna Lührmann angestoßenen Debatte über die Datenlage im Energieeffizienzregister für Rechenzentren erklärt die unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. gegründete Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen:
Der Aufbau einer belastbaren und vergleichbaren Datengrundlage ist ein fortlaufender Prozess. Dabei laufen die Datenerhebung und die Weiterentwicklung der regulatorischen Anforderungen auf Bundes- und EU-Ebene parallel. Um konsistente und aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, dass beide Prozesse möglichst eng aufeinander abgestimmt sind.
Entscheidend ist aber, Transparenz europäisch zu denken. Die in Deutschland erhobenen Daten fließen in die europäische Datenbank der EU-Kommission ein und werden dort in aggregierter Form über ein Dashboard zugänglich gemacht. Gleichzeitig arbeitet die EU derzeit an einem gemeinsamen europäischen Bewertungsrahmen für die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren.
Deutschland sollte diesem europäischen Rahmen jetzt nicht mit zusätzlichen oder strengeren nationalen Veröffentlichungspflichten vorgreifen, sondern vielmehr eine Harmonisierung mit EU-Vorgaben anstreben. Solange die europäischen Bewertungsstandards noch ausgestaltet werden, drohen nationale Sonderregeln Doppelstrukturen zu schaffen und die europaweite Vergleichbarkeit zu erschweren.
Rechenzentren stehen im europäischen Wettbewerb. Aussagekräftige Benchmarks und deren Veröffentlichung müssen deshalb auf einer gemeinsamen europäischen Datengrundlage und nach einheitlichen Kriterien entstehen. Gerade jetzt kommt es darauf an, den Fokus auf den europäischen Prozess zu legen und diesen mitzugestalten, statt parallel neue nationale Maßstäbe zu setzen.
