Kommunalwahl 2026: Das planen die Parteien für die Digitalhauptstadt Frankfurt 

Frankfurt am Main, 04.03.2026 – Die unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. gegründete Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen hat im Vorfeld der Kommunalwahl in Frankfurt am Main die wichtigsten zur Wahl antretenden Parteien zu ihren Positionen rund um das Ökosystem digitaler Infrastrukturen wie etwa Internetaustauschknoten oder Rechenzentren, Energieversorgung und Flächenmanagement befragt. 

Das Ergebnis zeigt ein grundsätzliches Bekenntnis aller befragten Parteien zur Bedeutung digitaler Infrastrukturen für Frankfurt und die Region Rhein-Main. Gleichzeitig werden deutliche Unterschiede bei zentralen Fragen wie Flächenverfügbarkeit, Energieausbau, regulatorischen Rahmenbedingungen und der konkreten Ausgestaltung der Standortpolitik sichtbar. 

Laut einer aktuellen Studie von IW Consult und Detecon hat sich das Bruttoinlandsprodukt der Rechenzentrumsbranche in der Region Frankfurt-RheinMain in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Für die kommenden fünf Jahre wird ein weiteres Wachstum von bis zu 175 Prozent prognostiziert. 2023 generierte die Branche ein Steueraufkommen von 405 Millionen Euro – rund zehn Prozent davon verbleiben in den Standortkommunen, überwiegend über die Gewerbesteuer. 

Frankfurt nimmt mit dem Internetknoten DE-CIX eine zentrale Rolle in Europa ein. Allein der DE-CIX Frankfurt leistet jährlich einen direkten Wertbeitrag von mehr als 300 Millionen Euro für die hessische Wirtschaft und zieht erhebliche Investitionen in die digitale Infrastruktur an. 

Digitalhauptstadt stärken – unterschiedliche politische Ansätze 

CDU, Volt und FDP bekennen sich in ihren Antworten klar zur Rolle Frankfurts als führendem Rechenzentrumsstandort. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des DE-CIX als Herzstück des digitalen Ökosystems. 

Die CDU setzt auf beschleunigte Genehmigungen und einen schnellen Ausbau der Stromnetze. Volt betont zusätzlich die europäische digitale Souveränität sowie die Notwendigkeit einer strategischen Flächenentwicklung auch in Kooperation mit umliegenden Kommunen. Die FDP 

spricht sich für eine innovationsfreundliche Flächenpolitik und eine konsequente Digitalisierung der Verwaltung aus. 

Auch die SPD bekennt sich grundsätzlich zur Rolle Frankfurts als Rechenzentrumsstandort und verweist auf das 2022 beschlossene Rechenzentrumskonzept der Stadt, das Wachstum gezielt steuern und Flächenkonkurrenzen begrenzen soll. Aus Sicht der Allianz schafft ein solches Konzept zwar Planungssicherheit, wirkt jedoch bei der Ausweisung neuer Flächen restriktiv. Positiv bewertet wird hingegen der Ansatz, Kriterien zu Nachhaltigkeit und Energieeffizienz mit klaren Standortbedingungen zu verbinden. 

Die Grünen erkennen ebenfalls die Rolle Frankfurts als Rechenzentrumsstandort an, stellen jedoch die Abwärmenutzung stark in den Mittelpunkt ihrer Standortpolitik. Zudem basieren ihre Antworten vollständig auf bestehenden Programmpunkten und enthalten keine zusätzlichen Konkretisierungen zu den abgefragten Themenfeldern. 

Irritierend ist zudem die Einordnung des DE-CIX: In ihrer Antwort wird der weltweit führende Internetknoten primär als „Anknüpfungspunkt für internationale digitale Events“ beschrieben. Tatsächlich handelt es sich beim DE-CIX um eine zentrale Infrastruktur für den globalen Datenaustausch zwischen Netzwerken und damit um ein strategisches Kernelement der digitalen Wirtschaft. Diese Verkürzung wird der Bedeutung für den Standort Frankfurt nicht gerecht. 

Dr. Béla Waldhauser, CEO bei Telehouse Deutschland GmbH und Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen erklärt: 

„Digitale Infrastrukturen sind ein zentraler Wachstumstreiber für Frankfurt und die Region Rhein-Main. Die Parteien erkennen ihre Bedeutung grundsätzlich an, entscheidend ist aber, wie die Standortpolitik konkret ausgestaltet wird. Zu restriktive Flächenkonzepte, zusätzliche Auflagen ohne ausreichende Flexibilität oder langsame Genehmigungen können Investitionen gefährden. Wenn Frankfurt seine Rolle als Europas führender Internetstandort behaupten will, braucht es klare und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.“